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MTM-Analyse am Arbeitsplatz: Ergonomie & Arbeitsplatzgestaltung verständlich erklärt – Varianten in VR pragmatisch validieren

Geschrieben von
Alexander Nowak
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21.07.2025

Zusammenfassung

Mit der MTM-Analyse zerlegst du Tätigkeiten in standardisierte Bewegungen, leitest methodensichere Soll-Zeiten ab und ergänzt sie mit REFA um reale Abweichungen. So verbindest du Ergonomie, Effizienz und Qualität und erkennst früh, wo Wege, Griffe und Haltungsrisiken entstehen. In VR validierst du Varianten begehbar – mit Halocline baust du Arbeitsplätze maßhaltig nach, prüfst Greif- und Sichtbereiche, variierst Anordnungen und erhältst strukturierte Bewegungsdaten für die MTM-Zuordnung. Das Ergebnis sind schnellere, nachvollziehbare Entscheidungen, weniger Wege und Griffe, reduzierte Überkopf- und Beugebelastungen sowie realistisch bestätigte Zykluszeiten, die du als Standard sichern kannst.

Die MTM-Analyse am Arbeitsplatz hilft dir, neue Stationen und bestehende Montageplätze fundiert zu gestalten. Du erkennst früh, wo Zeit, Wege und Belastungen entstehen, und bringst Ergonomie, Effizienz und Qualität in stabilen Entscheidungen zusammen. Planung in VR macht Varianten begehbar und beschleunigt die Validierung, ohne dass du auf vollständige CAD-Daten warten musst.

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Wie verbindest du MTM am Arbeitsplatz direkt mit der Ergonomie?

MTM (Methods-Time Measurement) liefert methodisch abgesicherte Soll-Zeiten. Das Verfahren zerlegt manuelle Tätigkeiten in standardisierte Bewegungsfolgen und ordnet ihnen reproduzierbare Standardzeiten zu. Zeitaufnahmen nach REFA ergänzen das Bild um die tatsächliche Leistung, Störungen und Lernkurven. In der Praxis leitest du mit MTM Planwerte und Standards ab und erfasst mit REFA die realen Abweichungen und veränderlichen Abschnitte. So entsteht ein stimmiges Zusammenspiel aus Soll und Ist, das Layoutentscheidungen belastbar macht.

MTM-Grundlagen in Kürze

Greifen, Bringen, Fügen und Loslassen sind die Grundbewegungen, aus denen du eine Tätigkeit beschreibst. Die Standardzeit eines Bausteins hängt von Reichweite, Präzision, Griffart und weiteren Bedingungen ab. Wichtig ist eine konsequente Zuordnung mit klaren Start- und Endpunkten, damit gleiche Bedingungen immer gleich bewertet werden. Diese Struktur schafft Transparenz über Zeitanteile, Handwechsel, Umgreifen und Wege und ist die ideale Grundlage, um Ergonomie und Qualität gleich mitzudenken.

Gute Ergonomie zahlt auf Gesundheit, Qualität und Stabilität ein. Greifräume, Reichweiten und Sichtfelder bestimmen, wie flüssig und fehlerarm die Arbeit abläuft. Haltungsrisiken wie Überkopfarbeit, Rumpfdrehungen und häufiges Bücken lassen sich früh erkennen und gezielt verringern. MTM beziffert, wie sich eine geänderte Anordnung auf die Zeit auswirkt, die Ergonomieanalyse bewertet die Belastung, und Qualitätsmerkmale sichern die Prozessfähigkeit. So werden typische Zielkonflikte sichtbar: Kürzere Wege dürfen die Sicht nicht verschlechtern, höhere Greifpositionen nicht zu Überkopfarbeit führen.

Ergonomiekriterien, die zählen

  • Neutrale Greifhöhen bei hoher Greifhäufigkeit anstreben.
  • Kritische Merkmale im primären Sichtfeld halten.
  • Überkopfzeit deutlich unter zehn Prozent eines Zyklus begrenzen.
  • Unnötiges Umgreifen vermeiden und Wege kurz, gerade und ohne häufige Richtungswechsel planen.
  • Realistische Annahmen zu Gewichten, Griffarten und Anpresskräften treffen und Spitzenlasten bei wiederholter Ausführung prüfen.

Diese Leitplanken helfen, Prioritäten zu setzen und Varianten gezielt zu vergleichen.

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Wie gehst du von der Ist-Aufnahme bis zur validierten Variante vor?

Ein praxistauglicher Ablauf verbindet strukturierte Beobachtung, MTM-Zuordnung und begehbare Prüfung in VR oder am Desktop. So kommst du zügig von der Hypothese zur Entscheidung, Schritt für Schritt und nachvollziehbar.

  1. Ist-Situation erfassen: Prozess, Materialflüsse, Werkzeuge, Taktzeit und Varianten. Kurze Fotos oder Videos helfen, Bewegungsfolgen und Haltungen objektiv festzuhalten.
  2. Tätigkeit zerlegen: in klare Abschnitte mit Start- und Endpunkten. Halte die Bedingungen zu Reichweite, Sicht und Präzision fest, damit die spätere Bewertung einheitlich bleibt.
  3. MTM-Bausteine zuordnen: und die Parameter transparent dokumentieren. Ein kurzer Peer-Review verhindert Doppelerfassungen und Fehlzuordnungen an den Übergängen zwischen Bringen und Fügen.
  4. Ergonomie bewerten: systematisch über Haltungswinkel, Dauer und Häufigkeit. Markiere Risiken wie Überkopfarbeit, Drehung oder Bücken und priorisiere sie nach Schwere und Häufigkeit.
  5. Varianten entwerfen: für Greifhöhen, Anordnungen, Wege und Reihenfolgen. Formuliere Hypothesen zur Wirkung auf Zeit und Ergonomie, die du im nächsten Schritt prüfst.
  6. Varianten in VR oder am Desktop prüfen: Halocline ist die Planungsplattform für Produktionslayouts und Arbeitsplätze. Du baust den Arbeitsplatz maßstabsgetreu aus Bibliothekselementen nach, ohne Schulung und ohne CAD-Daten. Greifraumavatare zeigen den optimalen und maximalen Greifraum für die eingestellte Körpergröße, nach DIN 33402-2 und DIN EN ISO 14738. So siehst du begehbar, wie sich Wege, Haltungen und Griffzonen verändern, wenn du etwa einen Werkzeugplatz 80 cm näher an die Person rückst, die Behälterhöhe von 70 auf 95 cm anhebst oder die Gangbreite in einer U-Zelle von 900 auf 1.200 mm änderst. Den Ablauf spielst du in VR durch und zeichnest ihn auf: Das Spaghetti-Diagramm zeigt die Wege, die Ergonomieanalyse nach der Leitmerkmalmethode markiert problematische Objektbewegungen, und die Daten der Aufnahme exportierst du als tabellarischen Report.
  7. Entscheiden und Standard sichern: Mit dem MTMmotion-Export überführst du aufgezeichnete Prozesse direkt in MTM-Analysen; die Zeitwerte entstehen dann nach MTM-Regelwerk in MTMmotion. Nutze eindeutige Kennungen für Abschnitte und Bausteine, damit die Übergabe an dein Zeitwirtschaftssystem sauber gelingt, und dokumentiere Variante, Messwerte und Begründung mit Versionsstand. Binde Produktion, Ergonomie, Industrial Engineering, Meisterinnen und Meister und den Betriebsrat in kurze Reviews ein, damit Akzeptanz und Umsetzbarkeit gesichert sind.

Bei Festo werden Montage- und Logistikprozesse mit dem MTM-Verfahren bewertet und in VR getestet, mit automatischer MTM-Auswertung und einer Konzeption, die 75 Prozent schneller ist als mit Cardboard Engineering.

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Welche Kennzahlen und Beispiele führen dich zur Entscheidung?

Zerlege die Zykluszeit in wertschöpfende Anteile, Greif- und Fügezeiten sowie Wegezeiten und setze erreichbare Ziele für die Verkürzung. Beobachte die Zahl der Griffe und Umgreifvorgänge pro Takt und strebe an, dass mindestens 80 Prozent der Griffe in der neutralen Zone liegen. Begrenze die Überkopfzeit auf unter zehn Prozent, sichere den freien Blick auf qualitätskritische Merkmale und plane die Wege in kurzen, eindeutigen Abschnitten. Entscheide erst, wenn die ergonomischen Mindeststandards erreicht und die Zeitziele realistisch bestätigt sind.

Beispiel Montagearbeitsplatz: Ausgangspunkt sind 120 Griffe pro Takt, 35 Prozent davon außerhalb der neutralen Zone, und eine Zykluszeit von 54 Sekunden. Im Modell rückt der Werkzeugwagen näher an den Greifraum, die Behälterhöhe steigt von 75 auf 95 cm. Das Ergebnis sind 96 Griffe pro Takt, 85 Prozent davon in der neutralen Zone, 2 Prozent Überkopfarbeit und eine Zykluszeit von 50 Sekunden. Die Variante wird zum Standard, Schulung und Audit der Bauteilzuführung folgen.

Beispiel U-Zelle: Ausgangspunkt sind 28 m Weg pro Zyklus und ein Wegezeitanteil von 24 Prozent. Mit Gangbreiten von 1.100 mm und einem zentralen Materialpuffer werden Wege und Ausweichbewegungen kürzer. Das Ergebnis sind 18 m Weg, 17 Prozent Wegezeitanteil und 6 Sekunden weniger Zykluszeit. Der neue Aufbau mit zentralem Puffer und markierten Gehwegen wird eingeführt, regelmäßige Reviews auf dem Shopfloor sichern ihn ab.

Beispiel Linienstation: Der Überkopfanteil liegt bei 14 Prozent, häufiges Bücken führt zu Qualitätsmängeln an verdeckten Merkmalen. Im Modell werden die oberen Fächer um 200 mm abgesenkt, ein Werkzeugbalancer kommt dazu, und die Prüfmerkmale werden ins primäre Sichtfeld gedreht. Das Ergebnis sind 4 Prozent Überkopfzeit, 40 Prozent weniger Beugevorgänge und 25 Prozent weniger Nacharbeit. Der Umbau wird freigegeben und seine Wirkung nach vier Wochen überprüft.

Die Kombination aus MTM-Soll-Zeiten, ergonomischen Leitplanken und begehbarer Prüfung in VR führt zu schnellen, nachvollziehbaren und gut dokumentierten Entscheidungen.

Du willst deinen Arbeitsplatz mit MTM und Ergonomie gemeinsam planen, bevor umgebaut wird? Steig kostenlos mit Halocline Free ein und baue deinen ersten Arbeitsplatz in 3D auf. Für Prozessanalyse, Ergonomie-Check und den MTMmotion-Export sprich uns an, wir zeigen dir den passenden Umfang.

Alexander Nowak

Alexander Nowak bringt seine langjährige Beratungs- und Vertriebserfahrung in Halocline ein und demonstriert in seinen Beiträgen, wie 3D-Software die Produktions- und Fabrikplanung auf ein neues Level hebt.

Ein Mann mit VR Brille vor einem Monitor, auf dem dieLayoutplanungssoftware Halocline zu sehen ist.

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