Arbeitsplatzgestaltung in VR macht die digitale Arbeitsplatzgestaltung in der Produktionsplanung greifbar. Du erlebst Layouts als begehbare 3D-Modelle, prüfst Abstände, Greifräume und Sichtfelder in Originalgröße und erkennst Kollisionen früh. So vermeidest du lange Wege und teure Änderungsrunden und entscheidest belastbar, bevor Umbauten Kosten und Zeit binden.
Zielwerte geben dabei Orientierung, zum Beispiel ein RULA-Wert von höchstens 2, ein REBA-Wert von höchstens 3, Fußwege je Zyklus unter 10 bis 15 m, ein Layout ohne Kollisionen und eine Fläche, die Reserven für Service und Spitzenlasten einschließt. Ein Szenario zeigt die Wirkung: Am Umrüstplatz sinken nach dem Check in VR die Wege pro Zyklus von 24 auf 12 m, die Zykluszeit von 57 auf 49 s und der RULA-Wert von 5 auf 2, ohne zusätzliche Fläche.
In Halocline, der Planungsplattform für Produktionslayouts und Arbeitsplätze, baust du Shopfloor-Layouts und Arbeitsplätze als begehbare 3D-Modelle auf, prüfst Ergonomie und Materialfluss und spielst Abläufe in VR durch. Das schärft das Urteil für Maßstäbe: Gänge, Wenderadien, Greifräume und Schwenkbereiche sind sofort sichtbar, ebenso die Sicht auf Displays oder Prüfhilfen. Du erkennst früh, ob Laufwege mit Milkrun-Routen kollidieren, ob Türen im Servicefall frei öffnen oder ob zu viele Griffe über Schulterhöhe liegen.
Zu diesem räumlichen Eindruck kommen Kennzahlen. RULA und REBA dienen als schnelles Screening von Haltungen, MTM-Bausteine liefern Soll-Zeiten, die Aufnahme in Halocline liefert Wege und Zeiten aus dem realen Layout, und die Kollisionsprüfung dokumentiert, dass kritische Bewegungen frei bleiben. So entsteht eine fachlich belastbare Grundlage für Ergonomie, Zykluszeit und Flächennutzung.
VR ersetzt keine detaillierte CAD-Konstruktion, keine FEM-Berechnung und keine Materialflusssimulation. Es ergänzt sie: Du klärst Layout, Ergonomie und Abläufe früh, arbeitest mit vereinfachten Geometrien für schnelle Iterationen und gibst nur stabile Varianten zur Detailauslegung in CAD und Simulation. In Halocline startest du dafür ohne Schulung und ohne CAD-Daten, rein mit Bibliotheksobjekten oder mit optionalem CAD-Import, etwa als STEP, FBX oder OBJ. Eine Person geht in VR durch das Modell, die anderen verfolgen die Begehung im Zuschauermodus am Bildschirm oder arbeiten am Desktop weiter. Annahmen hältst du mit Labels direkt am Modell fest, für die Dokumentation exportierst du Screenshots und die Materialliste. Das beschleunigt Entscheidungen und vermeidet Nacharbeit.
Erst die Verbindung aus erlebbarer Geometrie und klaren Zielwerten macht den Check belastbar.
Ergonomie: Richte Arbeitshöhen und Griffpositionen auf dein Team aus, üblich vom 5. bis zum 95. Perzentil, und vermeide Griffe über Schulterhöhe. In Halocline zeigen Greifraumavatare den optimalen und den maximalen Greifraum für Geschlecht und Körpergröße, errechnet nach DIN 33402-2 und DIN EN ISO 14738. Kritische Haltungen bewertest du mit RULA oder REBA. Beim Rapid Upper Limb Assessment (RULA) gelten 1 bis 2 Punkte als akzeptabel, ab 3 ist eine genauere Prüfung nötig. Beim Rapid Entire Body Assessment (REBA) steht ein Wert bis 3 für ein geringes Risiko. Zeichnest du den Ablauf auf, markiert zusätzlich die Ergonomieanalyse in Halocline nach der Leitmerkmalmethode problematische Objektbewegungen gelb oder rot. Die Gegenmaßnahmen reichen von höhenverstellbaren Tischen über kürzere Reichweiten bis zu Drehtellern und Rollhilfen.
Wege und Zykluszeit: Layout und Materialfluss wirken unmittelbar. Halte die Fußwege pro Zyklus unter 10 bis 15 m, ordne häufig gebrauchte Teile im Komfortbereich zwischen Hüfte und Brust an und lege Nachschubpunkte so, dass sie Laufwege nicht kreuzen. Die Behältergrößen richtest du nach Griffhäufigkeit und Takt aus. Soll-Zeiten leitest du aus MTM ab, über den MTMmotion-Export (Add-on) auch direkt aus aufgezeichneten Abläufen. Ergänze realistische Zuschläge und taktest die Stationen so aus, dass Engpässe nicht wandern.
Sicherheit und Fläche gehören fest ins Review. Prüfe Gangbreiten, die Sicht an Kreuzungen, Wendeplätze und ob Greif- und Schwenkbereiche frei von Kollisionen sind. Beim Begehen blendet Halocline die minimale Durchgangsbreite ein. Reserveflächen für Puffer und Servicefälle legst du als feste Objekte im Modell an, damit sie in späteren Iterationen nicht verloren gehen. Fachlich stützt du die Maßnahmen auf etablierte Normen wie die ISO 11228 zur manuellen Lastenhandhabung und die ISO 6385 zu den ergonomischen Grundsätzen für Arbeitssysteme. So entsteht ein kleines, robustes Kennzahlenset, das Begehungen in VR messbar macht und Entscheidungen nachvollziehbar hält.
Ein Variantenvergleich wird belastbar, wenn Aufgabenstellung, Annahmen und Kennzahlen gleich bleiben. Lege für jede Variante dieselben Zielwerte an, dokumentiere Wege, RULA- oder REBA-Wert, Zykluszeit und belegte Fläche und halte Abweichungen mit Screenshots fest. In der Begehung mit Industrial Engineering, Arbeitssicherheit und Shopfloor besprichst du die kritischen Stellen direkt am Modell und hältst Anmerkungen mit Labels an den Objekten fest. Das spart Abstimmungsschleifen und macht Kompromisse transparent: Du siehst die Wirkung jeder Maßnahme direkt, vom versetzten Regal bis zur angepassten Arbeitshöhe.
Halocline unterstützt dieses Vorgehen ohne Einstiegshürden. Du startest ohne CAD-Daten, skizzierst den Raum mit Bibliotheksobjekten, prüfst Greifräume für verschiedene Körpergrößen, zeichnest Abläufe auf und gleichst Wege und Zeiten mit dem Takt ab. Varianten legst du als Kopie an und gehst die aussichtsreichsten gemeinsam ab. Der tabellarische Report je Aufnahme und die Materialliste lassen sich als Excel-Datei exportieren, die Materialliste auf Wunsch mit zwei Varianten direkt gegenübergestellt. Bei Siemens in Karlsruhe ist das Arbeitsplatzdesign mit Halocline viermal schneller geworden. So wächst aus einem schlanken Pilot ein standardisierter Ablauf für die virtuelle Fabrikplanung, der Ergonomie, Wegeoptimierung und Variantenvergleich abdeckt.
Du willst dein Layout schneller absichern? Steig kostenlos mit Halocline Free ein und baue deinen ersten Arbeitsplatz in 3D auf. Für Prozessanalyse und Ergonomie-Check sprich uns an, wir zeigen dir den passenden Umfang.
